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Dienstag, 07. Februar 2012
Vorwort PDF Drucken E-Mail
(4 Stimmen)
Geschrieben von Gunter Ortlieb   
Donnerstag, 8. März 2007

Ranghöchste Kölner Mannschaft aller Zeiten
Beim Versuch, den eigenen Verein vorzustellen, sucht man automatisch nach Alleinstellungsmerkmalen. Nun ist der TTC Köln nicht der älteste Kölner Club, er hat auch nicht die meisten Mitglieder, die größte Trophäensammlung, das traditionsreichste Pfingstturnier oder den schwersten Noppen außen blockenden Linkshänder.

Also bleibt als objektives Alleinstellungsmerkmal nur dies hier: Unter dem Namen Fahr Mit Jugendreisen Köln hat der 1. TTC Köln in der Saison 80/81 die ranghöchste Kölner Tischtennismannschaft aller Zeiten an die Tische geschickt. In der Aufstellung Jimmy Walker, Hans-Josef Peters, Jürgen Hecht, Karl-Heinz Scholl, Wolfgang Witt, Werner Siebe wurde das Team Meister der 2. Bundesliga und scheiterte nur aus finanziellen Gründen am Aufstieg in die erste Bundesliga.

Dass „Fahr Mit“ vorher nur aus finanziellen Gründen überhaupt so weit gekommen war, ist eine andere Geschichte. Der naturgemäß und unweigerlich aufkommende Argwohn gegenüber dem „schnöden Mammon“ ist indes vielleicht mit ausschlaggebend dafür, dass dem Verein innerhalb des Bezirks lange Zeit ein gewisses Neidgefühl entgegenschlug.


(K)ein Braunsfelder Pingpong-Gen?
Suchen wir also nach subjektiven Alleinstellungsmerkmalen. Der TTC Köln hat in den vergangenen 25 Jahren immer wieder und in einer Anzahl wie kein anderer Verein ausgezeichnet ausgebildete Jugendspieler hervorgebracht. Würde man aus den im Bezirk Köln insgesamt gemeldeten Mannschaften diejenigen Spieler herausziehen, die ihr Handwerk beim TTC erlernt haben und ohne Rücksicht auf die Spielstärke in Sechserteams einteilen, man würde mit Sicherheit mehr Mannschaften zusammen bekommen als die vier, die heute noch für den TTC aktiv sind.

Nun ist keinesfalls ein bisher unentdecktes Braunsfelder Pingpong-Gen dafür verantwortlich, dass die Spitzenspieler nur so herausquollen aus der Halle am Maarweg. Vielmehr trägt der Erfolg die Handschrift und den Namen eines Mannes, der aufgrund seiner ihm angeborenen Bescheidenheit am liebsten ungenannt bleiben möchte. Machen wir es kurz: Danke Hans!


Muss ein Tischtennisball titschen?
Ohne Zweifel subjektiv ist die Aussage, dass der TTC über, na sagen wir suboptimale Spielbedingungen verfügt. Den vielen Sportkameraden, die sich schon darüber beschwert haben, dass ein Tischtennisball in der Halle des TTC seine originärste Eigenschaft, nämlich die des Titschens, nicht zeigt, sei gesagt: Man gewöhnt sich an alles. Aber ein Vorteil ist das nicht! Zumal der Boden nicht nur zweifelhaft elastisch ist, sondern auch noch sauglatt sein kann (insbesondere dann, wenn sich die städtische Reinigungskolonne wieder einmal an den Maarweg verirrt hat).

Wir müssen übrigens alle zwei Wochen darauf spielen – vom Training ganz zu schweigen. Und wo wir einmal dabei sind: Natürlich wünschen auch wir uns das ein oder andere Lux mehr aus unseren Beleuchtungskörpern. Auch hätten wir nichts gegen Warmwasserboiler einzuwenden, die leistungsstark genug sind, um vier Duschen auf einmal mit heißem, ok warmem, Wasser zu speisen. Doch wie wusste schon Hobby-Tischtennisspieler Dragoslav Stepanovic: „Dusche is Luxus – Lebbe geht weider“. Deshalb lieben wir unser Spiellokal ohne Wenn und Aber. Mindestens so sehr wie der FC die Radrennbahn in den Siebzigern.


Tchip di rip di – oft kopiert, nie erreicht
Zugegeben: Wenn des Sonntagmorgens um 10:03 Uhr ein martialisch intoniertes „Schmetter… Ball“ aus angenommen sechs restalkoholisierten Landkölner Kehlen dröhnt, dann hat das durchaus etwas furchteinflößendes, manchmal vielleicht sogar spielentscheidendes. Eher demotivierend dagegen das im Bergischen gern gehauchte „Gu’nabend“ – da denkt man als Gegner eher an die guten alten Mainzelmännchen.

Von Fall zu Fall durchaus originell, wenn Mannschaften versuchen, einen Sponsor in die Begrüßung zu integrieren – das bezeugt wenigstens ein professionelles Verständnis von Geben und Nehmen im Sponsoring. Was aber gar nicht geht, liebe Sportkameraden aus dem Groß-Pulheimer Raum, ist ein banales Plagiat des in jeder Hinsicht einzigartigen, ja alleinstellungsmerkmaligen, sogar objektiv alleinstellungsmerkmaligen „Tchip di rip di ralla pip di ping – pong“!

Woher diese Begrüßung letztlich tatsächlich stammt, will von den im Verein verbliebenen Zeitzeugen keiner mehr wissen (hoffentlich nicht von einem Verein im Groß-Pulheimer Raum). Fest steht nur, dass die Begrüßung auch innerhalb der vier verbliebenen Herrenmannschaften durchaus unterschiedlich vorgetragen wird (wer gedient hat, wird sich in der 2. Mannschaft akustisch am ehesten zu Hause fühlen).


Balkan meets Kölsch
Womit wir endgültig in der Gegenwart angekommen wären. Die drei verbliebenen Herrenmannschaften – numerisch könnten es auch vier sein, aber man hat’s halt gern etwas bequemer beim TTC – sind durchaus als solides Fundament anzusehen (die durchschnittliche Verweildauer im TTC liegt bei 8,6 Jahren).

Die Ansiedlung einer Damenmannschaft – in der Tradition der großen Frauenteams aus den achtziger Jahren – gestaltet sich ähnlich schwer, wie etwa die Gestaltung eines Schwarzen Brettes – hier grüßen seit Jahr und Tag SchmetterHanna und ChinaBine. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, und deshalb sind Tischtennis spielende Damen beim TTC jederzeit willkommen.

Der Verein ist mit einer fußläufig zu erreichenden Vereinskneipe ausgestattet („Bei Vlado“), die innerhalb der – allerdings streng einzuhaltenden – Küchenöffnungszeiten die Herrlichkeiten der Balkanküche mit den naturgegebenen Vorzügen eines frisch gezapften Kölschs kombiniert. Letzteres gibt’s selbstverständlich auch, wenn in der Küche das Licht schon gelöscht ist. 

In diesem Sinne: Licht aus, Spot an – Aufschlag TTC Köln!

 

 

 

Letzte Aktualisierung ( Montag, 27. Juli 2009 )
 
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